E-Mail-Praxis.com
[41-50] Sprache selbst
[41] - In einer gut lesbaren E-Mail sind alle Eigennamen kenntlich gemacht. .... #private function# ......Produkt „Ökostrom“.
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[42] - In einer freundlichen E-Mail sind alle Eigennamen richtig ....
#private function# .......
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[43] - Eine gute E-Mail verträgt nur übliche und passende „Wörter-die-....
#private function# .......
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[44] - Eine E-Mail ist nur dann eine konstruktive E-Mail, wenn Fremdwörter ....
#private function# ......verliert die Aufmerksamkeit.
Ein Fremdwort, ein Wort wie zum Beispiel „Minusmarge“ in einer E-Mail, und Sie hätten nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch das Verstehen verloren. Ein Leser des Wortes „Minusmarge“ müsste ungefähr folgende Schritte machen, und dieses selbstständig und ohne sonderliche Motivation:
    (1) "Marge" kommt aus dem kaufmännischen Bereich und bezeichnet die Spanne zwischen dem Ankaufs- und Verkaufspreis.
    (2) Ein Geschäft ist nur dann ein Geschäft, wenn der Ankaufspreis geringer ist als der Verkaufspreis (oder vice versa – tolles Fremdwort, oder?).
    (3) Wenn der Ankaufspreis höher ist als der Verkaufspreis, dann macht man einen Verlust. Das darf nicht sein!
    (4) Ein Verlust wird mit einem „Minus“ gekennzeichnet. Wer Verluste macht, ist ein schlechter Kaufmann und in der Regel raus aus dem Geschäft.
    (5) Schlaue Kaufmänner reden in solchen Situationen erstens von einem strategischen Geschäft und versuchen zweitens durch weitere oder andere Geschäfte den Verlust auszugleichen (ich hätte auch schreiben können: zu kompensieren, Fremdwort).

Fazit: "Minusmarge" ist ein Fremdwort und gibt es so wohl nur in dieser E-Mail. Korrekt gewesen wäre das Wort „Verlust“! Das aber steht da nicht! Warum steht es da nicht? Der Grund liegt in der (unterstellten) kräftigen Wirkung von Fremdworten, sie haben in der E-Mail Sprache immer einen hohen Wert.
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[45] - Doppeldeutigkeiten in E-Mail und dazu ein Satz aus einer E-Mail aus der AG: „Frau H. aber weiß von nichts!“
Ich fürchte, jeder, der diesen Satz liest, weiß um das, was doppeldeutig sein könnte. Ein paar Tipps gefällig?

(a) „aber“ - wie wirkt das auf Sie? Siehe auch das Thema „Sprachwertungen“ (47).
(b) Was fällt Ihnen spontan ein zu „Frauen und Wissen“?
(c) „von nichts wissen“ - welche anderen ähnlichen Formulierungen kommen Ihnen in den Sinn? Ist darunter eventuell „keine Ahnung haben“?
(d) Wenn ja, welches Wort steht am Satzanfang ....

Eine auf Verständigung ausgerichtete E-Mail vermeidet Doppeldeutigkeiten dieser oder sonstiger Art, um das Verstehen nicht mit Nebensächlichkeiten zu belasten, die plötzlich und unerwartet zu einer Hauptsache werden (könnten). Siehe E-Mail und Mobbing!
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[46] - Mehrdeutigkeiten – und ein anderer Satz aus einer anderen E-Mail aber aus der gleichen AG: „Eine Order beim Lieferanten ist seit Dez. überfällig!!“
Mit Sicherheit eine brisante Aussage, hier brennt etwas und dieses lichterloh! Was aber hat es auf sich mit „überfällig“?

(a) Bedeutung eins: Die Order ist verspätet, noch nicht eingetroffen. Was immer auch die Gründe sein mögen, hier ist etwas unerklärlich und vor allem unerwartet eingetreten.
(b) Bedeutung zwei: Die Order ist längst fällig. Ja, man hat seine Order im Blick, konstatiert die Fälligkeit und setzt den Lieferanten auf Verzug – wenn man denn rund um den Liefertermin (z.B. Terminbestätigung durch den Lieferanten usw.) sauber gearbeitet hat.
(c) Nicht auszuschließen ist ebenfalls ein Schleichen von Bedeutungen durch ihre Wort-Gestalt. Oder weniger poetisch ausgedrückt: Auf den Schreiber dieses Satzes wirkt die Erkenntnis der „Überfälligkeit“ wie ein „Überfall“ - oder??????
Eine gute E-Mail hat ein Gespür für Mehrdeutigkeiten entwickelt und umgeht diese.
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[47] - Eine gute E-Mail achtet auf Sprachwertungen, auf Wertungen durch Sprache!
Beispiel: „Hallo A., leider geht das noch nicht! Die Web-Site von JKT ist noch nicht online, die haben noch einige Schwierigkeiten auszuräumen.“
Das ist keine gute E-Mail. Es wird „gewertet“ ohne Ende. „leider“ gleich an erster Stelle drückt ein persönliches Bedauern aus, was aufgesetzt wirkt. Man macht sich hier zu einer Art Anwalt. Und dann folgt eine Reihung:

* „noch“ (1) da klingt ebenfalls Bedauern an und gleichzeitig eine Verwunderung, dass man das eigentlich anders erwartet hätte.
* „noch“ (2) eigentlich hat die ganze Welt erwartet, dass sie schon online ist plus ein Schuss Bedauern.
* „noch“ (3) und was eigentlich die ganze Welt erwartet hat, das findet eine Fortsetzung und dauert an, da es „einige Schwierigkeiten“ (beides stark wertende Worte) gibt.
Wäre auf Sprachwertungen geachtet worden, so hätte die Antwort aussehen können:
    „Hallo A., Dein guter Vorschlag lässt sich erst später umsetzen, da die Web-Site von JKT nicht online ist.“

In bestimmten E-Mail Dialogen kommt es auf Nuancen an, und nutzen Sie jede Chance, anderen eine Perspektive zu geben und sie zu motivieren.
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[48] - Eine E-Mail in D.Zeichen-Punkt-Komma AG kommt ohne Anglizismen und ohne Markt – und Modewörter aus. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf alle Wörter zu legen, die verdächtig sind, aus dem wichtigtuerischen Misch-Deutsch-Masch-Englisch zu kommen.
Auf den Index der „unerwünschten Worte“ gelangte in diesem Zusammenhang übrigens auch das Wort „sorry“!
Aufgefallen war, dass in keiner deutschsprachigen E-Mail innerhalb der AG „excuse me!“ auftauchte oder gar „I beg your pardon!“.
„Sorry“ schien so mit großer Einfachheit und ohne Notwendigkeit zu einer Differenzierung auf alle Situationen anwendbar. Nun hatte man bemerkt, dass der Kurs des Wörtchens steil nach oben ging, während die „Beinahe-Konflikte“, in denen eine Entschuldigung angebracht war, nicht weniger wurden. Irgendeine wichtige Erwartung schien „sorry“ nicht zu erfüllen! Nicht erfüllte Erwartungen verändern sich zu Enttäuschungen! „Sorry“ war erledigt.
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[49] - Eine E-Mail in der D.Zeichen-Punkt-Komma AG entwickelt ein Gefühl für Wortkombinationen, lässt sie weg, wenn sie die Gedanken und Aussagen aufblähen oder löst sie auf, wenn die Aussage wichtig ist.
Beispiel: „Inrechnungsstellung“ – das stammt aus der einer kritischen E-Mail Antwort und soll sich richtig gewaltig anhören.
Knallhart wäre allerdings gewesen: „Eine Rechnung wurde geschrieben“; denn hier schwingt gleich das zeitlose des Schreibens mit.
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* PS. Ich bin mir sicher, der hervorgehobene Satz ist Ihnen direkt in die Augen gesprungen, über die Wortkombination mussten Sie erst einmal nachdenken.

[50] - Eine vollendete E-Mail achtet auf logische Verknüpfungen ....
#private function# ....... Schade!
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Was ganz anderes ......

Manchmal wirkt es beinahe schon etwas verstaubt ..... ein Gedicht ....und man störe sich in Zeiten der Globalisierung nicht an dem Begriff "Muttersprache" ...

            Welch eine Sprach ist schön? Welch eine Sprach ist reich?
            Verschieden an Getön, im Sinn sind alle gleich.

            Nicht dies´ und jene Sprach entzückt, erfreuet mich;
            Was mich erfreut, entzückt, das ist die Sprach an sich:

            Daß eine Sprach es gibt, die, was du fühlst und denkest,
            Dir deutlich macht, je mehr du dich in sie versenkest;

            Daß eine Sprach es gibt, kraft deren du verkündest
            Der Welt geheimen Sinn, so weit du sie ergründest.

            Drum ist die schönste Sprach und beste, die du nennst
            Die Muttersprache, weil du sie am besten kennst.

            Gedicht ist von Friedrich Rückert